Archiv des Autors: Wilhelm Matzat

Rose, Otto (1876 – 1936), Buchhändler und Verleger.

Diese Kurzbiographie wurde verfasst von Jürgen Rose, einem Enkel des Otto Rose.

otto_roseOtto Berthold Wilhelm Rose ist am 16.06.1876 als drittes Kind des Marmorwarenfabrikanten Ernst Christian Zacharias Rose (*20.03.1841 Wernigerode, †17.04.1913 Nöschenrode) und dessen Ehefrau Marie Caroline geb. Habenicht (*11.12.1837 Markt Alvensleben, †06.04.1914 Nöschenrode) in Wernigerode (Harz) geboren.

Er besucht das Gymnasium bis einschließlich der Obersekunda und absolviert anschließend bis 1898 die Lehre zum Buchhändler.

Im selben Jahr reist Otto Rose von seinem Heimatort Wernigerode vermutlich über Bremen nach Tsingtau aus. Hier baut er sich eine Existenz als Buchhändler und Inhaber einer deutschen „Buch- und Papierhandlung“ auf.

Als seine Geschäftsadresse wird im ersten erschienenen „Adressbuch des Deutschen Kiautschou – Gebiets für 1901“ das Kappler´sche Haus (Industrieviertel) ausgewiesen. Alle weiteren Adressbücher des Deutschen Kiautschou – Gebiets von 1902 bis Juli 1914 gibt Otto Rose selbst als Verleger („Editor of the Kiautschou Directory “ im „Verlag von Otto Rose, Buchhandlung, Tsingtau“) heraus. In diesen wird von 1902 bis 1906 sein „Geschäftslokal“ an der Ecke Hamburger- und Berliner Straße erwähnt, 1907 bis 1913 in der Friedrichstr.(später Straßennr. 7) und 1914 in der Prinz Heinrich Str. 16.

1901 erwirbt Otto Rose ein Grundstück an der Ecke Hamburger- und Berliner Straße auf dem er sein Wohnhaus baut. Es bleibt für ihn und später auch für seine Frau und die Kinder bis zum Ende ihres Aufenthalts in Tsingtau ihr Wohnsitz. Wahrscheinlich waren hier auch zeitweise die Geschäftsräume seiner Buchhandlung.

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Namentliches Verzeichnis aller Deutschen in Tsingtau Anfang 1920

(Quelle: Bundesarchiv Berlin, R 9208, Akte 1581, Bl. 43-48)
Bearbeitet von Prof. Dr. Wilhelm Matzat, Bonn im Juli 2004.

Während die Liste der Deutschen in Tsingtau vom 28.9.1915 nur die Familiennamen und die Zahl der Kinder anführt, bringt die obige Liste die Vornamen der Erwachsenen und der Kinder, sowie bei Letzteren ihr Alter zum Zeitpunkt der Erhebung, also Anfang 1920.  Die obige Liste aus dem Bundesarchiv, R 9208, Akte 1581, Bl. 43-48, gibt für die Ehemänner weder Vornamen noch Beruf an, sondern nur, ob sie vor dem 1.8.1914  Beamter oder Angestellter des Gouvernements waren, oder Berufssoldat oder in der Privatwirtschaft tätig. Zusätzlich gibt die Liste an, in welchem japan. Gefangenenlager der Ehemann sich 1919/20 befindet. Die Vornamen und den Beruf der Ehemänner habe ich zusätzlich ermittelt aus der Liste der Kriegsgefangenen in Japan und aus dem Adreßbuch von Tsingtau aus dem Sommer von 1913. Die Berufsangaben beziehen sich auf den Stand von 1913.

Auffallend ist, daß bei den 4 Japanerinnen, die mit Deutschen verheiratet sind, weder ihr Vorname noch die Namen der Kinder angeführt werden. Es könnte sein, daß von diesen 4 Paaren einige gar nicht standesamtlich getraut waren.  Karl Mahnke, als Bauaufseher Beamter des Gouvernements, 52 Jahre alt, der 1914 bereits 4 Kinder hat, legalisiert sein Verhältnis mit Kio Yakabe am 19.8.1914 durch eine standesamtliche Trauung und schließlich am 15.2.1915 auch durch eine Trauung durch den evangel. Oberpfarrer Winter. Bald danach wird Karl Mahnke nach Japan in die Gefangenschaft abgeführt worden sein.

Die nun folgende Liste bringt also die Namen derjenigen Deutschen, die tatsächlich vom 1. August 1914 bis Anfang Januar 1920 in Tsingtau geblieben sind. Die Japaner haben nach dem 7. Nov. 1914 keine Deutschen mehr nach Tsingtau hineingelassen. Die einzige Ausnahme ist die Familie des Missionars Richard Wilhelm. Seine Frau und die 4 Söhne gingen Anfang August 1914 nach Peking und dann nach Shanghai. Frau Wilhelms Schwester, Frl. Hanna Blumhardt, befand sich Anfang August 1914 gerade auf Urlaub in Deutschland, kehrte aber 1915 nach Shanghai zu ihrer Schwester zurück. Richard Wilhelm, der auch der Repräsentant des Roten Kreuzes in Tsingtau war, und dadurch einen gewissen „inter-nationalen“ Status hatte, gelang es 1916, von den japanischen Behörden die Genehmigung zu erhalten, seine Frau und Kinder und auch Frl. Blumhardt nach Tsingtau zurückzuholen, was im Herbst 1916 geschah.

Am Schluß bringt eine zweite Liste die Namen derjenigen Deutschen,  die am 28.9.1915 noch in Tsingtau waren, aber in der Liste von Anfang 1920 nicht mehr genannt werden. Die meisten von ihnen werden in den Monaten nach dem Sept. 1915 Tsingtau verlassen haben.

Das Verzeichnis findet sich hier als pdf-Datei zum Download.

Die amtliche Bauverwaltung in Tsingtau 1898 bis 1914

Zusammengestellt von Prof. Dr. Wilhelm Matzat

Die Hafenbaudirektoren waren:

  • Marine-Baurat Georg Gromsch, 16. Mai 1898 bis Nov. 1902
  • Julius Rollmann, Marine-Hafenbaumeister Nov. 1902 bis Nov. 1907 (ab 1905 wurde der Hochbau selbständig) (Stellvertreter 1903-05 Regierungsbaumeister Pohl)
  • Marine-Baumeister Karl Bökemann, Dez. 1907 bis 22.2.1911
  • Marine-Hafenbaumeister Fritz Riekert, ab 22.2.1911 bis August 1914 TK*: Riekert (geb. 1876) trifft am 13.9.1910 in Tsingtau ein. Er übernimmt zunächst die Direktion der Bauverwaltung I (Hafenbau). Am 22.2.1911 wird Riekert Hafenbaudirektor, er löst den Hafenbaudirektor Bökemann ab. Hafenbaumeister Dr. Ing. Karl Gerecke, der am 16.3.1911 eintrifft, wird nun Direktor der Bauverwaltung I.

Abteilung I: Hafenbau

  • Wasserbauinspektor Born, 15.1.1901 erwähnt, bis Nov. 1902
  • Regierungsbaumeister Edwald Probst, ab Nov. 1902, 1903
  • Marine-Baumeister Ernst Troschel ab 4.9.1903 bis 1905
  • Marinebaumeister Karl Bökemann, 1907 bis 1.12.1907
  • Regierungsbaumeister Vaske, Dez. 1907, bis 13.9.1910
  • Marine-Hafenbaumeister Fritz Riekert, 13.9.1910 bis 22.2.1911
  • Marine-Hafenbaumeister Dr. Ing. Karl Gerecke ab 16.3.1911, 1912 , 1913: Gerecke promovierte an der TH Braunschweig am 12.3.1909 mit der Dissertation:
    „Untersuchungen zu Knotenpunktausbildungen bei Holzkonstruktionen.“
  • Marine-Baumeister Emil Klein, 1914 TK*

Abteilung II: Tiefbau

  • Regierungsbaumeister Bernhard Sievert, 15.1.1901 erwähnt, bis Nov. 1902
  • Dipl. Ing. Fritz Steinmetz, ab Nov. 1902, 1903
  • Regierungsbaumeister Kloevekorn, 1905, 1907
  • Diplomingenieur Fritz Steinmetz, 1908, 1910, 1911, 1912, 1913,
    auch Dozent an der Deutsch-Chinesischen Hochschule. TK*
  • Diplomingenieur Wiegrefe, 1914

Hochbauabteilung (bis 1905 Abteilung III)

  • Stadtbaumeister Max Knopff, August 1898 – 1900
  • Reg.-Baumeister Karl Strasser, 15.1.1901, 18.9.1902 (von 1903-04/05 nicht in Tsingtau)
  • Von 1903-05 war die Hochbauabteilung in die Abteilungen III.a, III.b und III.c eingeteilt, jede Abteilung hatte einen Regierungsbaumeister als Vorstand.
  • Ab 1905 bis Aug. 1914 war wieder Karl Strasser in Tsingtau und alleiniger Leiter der
    Hochbauabteilung, zum Schluss mit dem Titel: Intendantur- und Baurat. TK*

*TK = Tsingtaukämpfer anschließend in japan. Kriegsgefangenschaft

(Weitere Daten zu Fritz Riekert, Emil Klein, Fritz Steinmetz, Karl Strasser
bei Hans-Joachim Schmidt auf www.tsingtau.info)

Strasser, Karl (1869 – 1945), Architekt und Hochbaudirektor

Diese Kurzbiographie wurde verfasst von Karl Strassers Enkelin, Dr. phil. Elisabeth Bokelmann.
(Einige Ergänzungen durch Wilhelm Matzat sind durch Kursivschrift gekennzeichnet.)

strasserKarl Strasser wurde am 30. Juni 1869 in Aulendorf (Württemberg) geboren, wo sein Vater Rudolf Otto Albert Strasser als Architekt tätig war. Die Mutter war Maria Josepha, geb. Letzer, Tochter des Werkmeisters Andreas Letzer in Schwäbisch Gmünd. Nach dem Abitur an der Oberrealschule Stuttgart (möglicherweise auch am Gymnasium in Ludwigsburg, wo sein Vater ab 1876 als königl. Garnison-Baumeister tätig war) studierte Karl Strasser von 1888 bis 1892 Architektur an der Technischen Hochschule Stuttgart und schloss das Studium im Mai 1892 mit der Prüfung als Regierungsbauführer ab. Er trat in der Folge in den württembergischen Staatsdienst ein und wurde in der Militärbauverwaltung beschäftigt, unterbrochen vom 1.10.1892 bis zum 30.9.1893 durch seinen Wehrdienst. Nach der Entlassung kehrte er offenbar nicht in den württembergischen Staatsdienst zurück, sondern wechselte in den preußischen Staatsdienst. In der Funktion als Regierungsbauführer und Bauleitender war er in Saarbrücken tätig, allerdings nur 14 Monate lang, denn am 1.12.1894 wurde er in den bayerischen Staatsdienst übernommen und am 1.6.1896 zum Regierungsbaumeister ernannt.

Das Deutsche Reich hatte 1898 in China an der Kiautschou-Bucht ein Areal für 99 Jahre gepachtet, um dort einen Stützpunkt für den deutschen Handel und die ostasiatische Kreuzerdivision aufzubauen. Das Areal war dem Reichsmarineamt unterstellt worden und damit war es verantwortlich für den Aufbau einer ganz neuen Stadt mit der dazu gehörenden Infrastruktur. Die dortige Verwaltung benötigte ständig Architekten für den Hafenbau, Tiefbau und Hochbau. Das RMA wird sich an die deutschen Baubehörden gewandt haben mit der Bitte, von ihren beamteten Regierungsbaumeistern mal diesen, mal jenen zu beurlauben für eine befristete Tätigkeit in Tsingtau. In der Regel waren es Verträge über 4 Jahre. Es ist also legitim zu vermuten, dass Strassers bayerische Behörde an ihn herangetreten ist und gefragt hat, ob er bereit sei, für mehrere Jahre nach Tsingtau zu gehen. Das muss der Fall gewesen sein und ab 1.1.1900 war Strasser beurlaubt, fuhr daraufhin nach Tsingtau, wo er vermutlich im Februar oder März 1900 eingetroffen ist.
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Matzat, Dorothea – geb. Werdermann (1893-1946)

Zusammengestellt für die Festschrift zum 100jährige Jubiläum der „Evangelischen Fachhochschule Berlin“ im Sommer 2004.

Geboren am 21. Juli 1893 in Friedersdorf bei Doberlug in der Niederlausitz als Tochter des Pfarrers Ferdinand Werdermann und seiner Ehefrau Hedwig, geb. Hecker.

Ab dem 6. Lebensjahr Besuch der Volksschule in Friedersdorf, dann ab 1905 zusammen mit der 2 Jahre jüngeren Schwester Unterricht durch eine Hauslehrerin. Als diese Schwester 1908, nur 13jährig, starb, kam Dorothea auf eine kleine Privatschule für Mädchen in dem Dorf Gramzow in der Uckermark, die von 2 alten Damen geleitet wurde. Diese Schule führte nur bis zum Abschluß der Mittleren Reife. Im Sommer 1910 beendete Dorothea ihren Aufenthalt dort. Als einzige Fremdsprache hatte sie, schon bei der Privatlehrerin und dann in Gramzow, etwas Französisch gelernt.

Da Ihr Vater gegen Ende des Jahres 1910 die Pfarrstelle gewechselt hatte und nun Pfarrer in Kraatz bei Gransee wurde, war Dorotheas Heimatort nun dieses Dörfchen Kraatz. In den Jahren 1911 bis Sommer 1914 hat sie einerseits oft und viel im gastfreundlichen elterlichen Pfarrhaus ausgeholfen – beim Essen waren meistens 10-12 Personen anwesend – aber auch sich darum bemüht, praktische Kenntnisse und Fähigkeiten zu erwerben. In der 4 km entfernten Kleinstadt Gransee nahm sie Nähstunden und lernte das Buchbinden. 1912 absolvierte sie einen Kurs an der Frauenschule in Stettin und schloß ihn ab mit dem einfachen Haushaltungsexamen. In Halle nahm sie an einem Lehrgang in Putzmacherei teil.
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Short history of the „Prinz Heinrich Hotel“ in Qingdao

Compiled by Wilhelm Matzat

When the Jiaozhou Leased Territory had been established on March 6 th 1898, the street plan of the future city was published on Sept. 2 nd 1898 and in October the first parcels were auctioned. The real estate was acquired by the buyers as full property. Among the buyers was a German merchant in Shanghai with the name Philipp Lieder. He had decided, to build a first class hotel for the city of Qingdao, which was now going to be built. He bought a parcel in a good position on the Kaiser Wilhelm Ufer (Taiping Lu) directly on the shore of the Yellow Sea. From January till Sept. 1899 the hotel was built, it got the name Prinz Heinrich Hotel, because Prince Heinrich of Prussia, the brother of the German emperor Wilhelm II., was in that year as admiral of a German cruiser squadron stationed in East Asia and often came to Qingdao. We do not know the name of the architect who designed the PH Hotel. We know that the German firm H. Mandl & Co in Shanghai was the contractor. That is not surprising, as Philipp Lieder was co-proprietor of  Mandl & Co. It sent its employee Wilhelm Buschendorff to Qingdao   to supervise the construction activities and the furnishing of the new hotel. It was for its time extremely modern, because the 40 double-rooms had each its own bath and balcony with the view to the open sea.
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Der Streit von 1989 um den Tsingtauer Hauptbahnhof

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Das Bahnhofsgebäude in den 80er Jahren

Zusammengestellt von Wilhelm Matzat, Bonn

Der Anfang des Jahres 1989 brachte ein für Tsingtau bis dato ganz ungewöhnliches Ereignis, die erste öffentliche Diskussion über die Art und Weise, wie in Zukunft mit der deutschen Bausubstanz umgegangen werden soll. Ausgelöst wurde die Debatte durch die Ankündigung, dass das 1900-1901 errichtete Gebäude des Hauptbahnhofes (Architekt Heinrich Hildebrand) abgerissen werden sollte. Angeblich hatte die Stadtverwaltung bereits 1988 diesen Beschluss gefasst aber zunächst geheim gehalten. Man darf aber bezweifeln, ob dieser Plan wirklich von der Stadtverwaltung ausging, denn normalerweise hat diese für die Grundstücke des Militärs und der staatlichen Eisenbahngesellschaft keine Planungshoheit. Die Eisenbahndirektion kann auf ihrem Gelände prinzipiell tun und lassen was sie will. Wie dem auch sei, die Bekanntgabe des geplanten Abrisses löste öffentliche Proteste aus. Als erste protestierte Chinas Zeitung für Umweltschutz (Zhongguo Huanjingbao). Sie veröffentlichte einen Leserbrief des Professors an der Pekinger Kunstakademie, Wang Wenbing, einem gebürtigen Tsingtauer. Dieser führte aus: Der historische Wert des Bahnhofs, eines der ersten Gebäude überhaupt in Tsingtau, sei ebenso groß wie sein kultureller, gerade in einer Stadt, die man auch wegen ihrer vielen Baustile ein „Museum der Architektur“ nenne. Die bauliche Stadtlandschaft habe in der ultralinken Kulturrevolution enormen Schaden erlitten, nun wolle man mit der Zerstörung des Bahnhofs die einstigen Fehler noch potenzieren.

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Missionaries of the American Presbyterian Mission in Tsingtao (Qingdao) 1898 – 1918.

When the Germans occcupied the territory on the east side of the Kiaochow Bay on Nov. 14 th,1897, the American Presbyterian Mission was already since decades well entrenched in Shantung. The fishing village Tsingtao belonged to the county of Tsimo. But there was no foreign mission station in the whole county at that date. In the neighbouring county town Kiaochow (Jiaozhou) the Swedish baptists had settled in 1892.

The missionary John J. Heeren, who was delegated to China in 1910 and in 1911 was stationed in Tsingtao, has published in 1940 a history of the American Preybyterian Mission in Shantung (On the Shantung Front). In this book one gets detailed information also on the history of the Presbyterian mission station at Tsingtao. Already in the autumn of 1898 the Rev. and Mrs. Paul D. Bergen moved from Chefoo to Tsingtao. On Sept. 2 nd, 1898 Tsingtao was declared a free port and one was now able to buy real estate. The development plan for the new town forsaw a quarter for Europeans and a quarter for Chinese businessmen and craftsmen (Dabaodao) and two outlying settlements for Chinese workmen (Taidongzhen and Taixizhen). To the 3 German mission societies (the Catholic Steyl SVD Mission, the protestant Berlin and the Weimar Mission) there compounds were donated by the German administration. The Catholic Mission had the best location: on the border between the European and the Chinese quarter Dabaodao. The compounds of the 2 German protestant missions were adjacent, but lay isolated, in quite a distance to the European quarter and between Dabaodao and Taidongzhen. Nevertheless this was a practical location, because so the compounds were not too far from the Chinese quarters, were the mission work had to be done.
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Menz, Gerhard, Dr.phil. (1885 – 1954), Redakteur und Schuldirektor

Geboren am 10.2.1885 in Kreuzburg/Oberschlesien, als Sohn des Volksschullehrers Heinrich Menz und der Valeska Waegner. Besuchte das Gymnasium in Kreuzburg, Abitur zu Ostern 1904. Studierte auf Lehramt an Gymnasien mit dem Hauptfach Geschichte an den Universitäten Breslau (9 Sem.) und München (2 Sem.). Promotion zum Dr.phil. in Breslau am 16.3.1910. Staatsexamen für das höhere Lehramt 1911. Chefredakteur der konservativen „Weimarischen Zeitung“ 1912. Anfang 1913 kauft er dem Hans von Kropff als Herausgeber und verantwortlicher Redakteur der Tageszeitung „Tsingtauer Neueste Nachrichten“ dessen Zeitung ab. Am 13.3.1913 heiratet er in Stolzenburg Berta Schwarzwäller, Tochter eines Gutsbesitzers, und fährt mit ihr über Sibirien nach Tsingtau, wo er am 31.3.1913 eintrifft und bis Oktober 1914 Herausgeber und Redakteur der TNN ist. Am 5.10.1914 erschien die letzte Ausgabe der TNN. Da er bei der Verteidigung Tsingtaus im Herbst 1914 nicht beteiligt war, konnte er nach Shanghai ausreisen, wo er von 1915 bis 1919 Direktor der Kaiser-Wilhelm-Schule war.

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Ohlwein, Walter (1909-1973), Kaufmann, Dr. Otto Ohlwein (1906-2002) und Emilie Nauert, geb. Ohlwein (1897-1985)

Walter Ohlwein wurde am 13.7.1909 in Essen geboren als Sohn des Kaufmanns Wilhelm Ohlwein. Er hatte noch 8 Geschwister, von denen 2 im Kindesalter starben. Er wird nach vierjährigem Volksschulbesuch eine Realschule absolviert haben, mindestens bis zur mittleren Reife. Da seine Eltern 7 Kinder zu versorgen hatten, werden sie nicht allen von ihnen eine höhere Schulbildung haben bieten können. Die Eltern beschlossen deshalb, wenigstens dem ältesten Sohn, Otto, geboren 29.12.1906, eine akademische Laufbahn zu ermöglichen. Er durfte die Humboldt-Oberrealschule in Essen besuchen und schloss 1926 den neunjährigen Aufenthalt dort mit dem Abitur ab. Nach einer zweieinhalb-jährigen Lehrzeit in einem Hamburger Überseehaus studierte er in Hamburg und Köln Volkswirtschaft und bestand 1929 in Hamburg das Diplomvolkswirt-Examen. 1927-28 war er Studentenwelt-meister im Rückenschwimmen gewesen. Im Dezember 1930 promovierte er im Fach Volkswirtschaft mit der Dissertation: „Der Handel in Gewürzen und getrockneten Früchten an der Hamburger Warenbörse“.

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