Schubart, J. Heinrich F. (1878-1955) – Dr.-Ing., Architekt und Ministerialdirigent

1928 – Dr.-Ing. J. Heinrich F. Schubart

Johann Heinrich Friedrich Schubart wurde am 19. September 1878 als Sohn des Fabrikanten J. Friedrich C. Schubart in Hannover geboren. Seine Mutter war Wilhelmine Dorothea, geb. Wallheinecke. An der Technischen Hochschule Hannover studierte er ab 1898 Architektur, im November 1902 legte er dort die 1. Staatshauptprüfung ab und trat am 3.12.1902 beim Regierungspräsidenten in Hannover den Dienst an. Nach der 2. Staatshauptprüfung im Hochbaufach in Berlin wurde Heinrich Schubart am 17.11.1906  zum Regierungs-Baumeister ernannt.                      

Schon während seiner ersten Anstellung in Duisburg (Bauleitung für das Landfermann-Gymnasium) bewarb er sich für einen Tsingtau-Aufenthalt beim Reichsmarineamt und wurde vom Staatsdienst beurlaubt. Am 12.03.1907 reiste er über Genua mit dem Dampfer „Prinz Eitel Friedrich“ nach Tsingtau aus. Angestellt bei der Gouvernementsverwaltung war sein Vorgesetzter in der Hochbauabteilung (III) Karl Strasser. Zur  Bauabteilung III c gehörig, befand sich sein Amtszimmer im rechten Flügel im II. Obergeschoss, Zimmer 15. Gustav Blaich, sein Vorgänger im Amt, arbeitete bis in das Jahr 1908 in der Abteilung III b. Zunächst wohnte Heinrich Schubart bei G. Blaich im Wohnhaus von Bischof Anzer im Erdgeschoß in der Irenestraße an der Ecke zur Bismarckstraße (6 Hunan Road/Jiangsu Road). Vom Fenster aus sah er den Alten Tempel und die Evangelische Kapelle. Vom Februar 1908 an wohnte er in der Prinz-Heinrich-Straße (33 Guangxi Road) im Haus von Apotheker Larz. Sehr bald fand sich wohl ein Freundeskreis, und H. Schubart bekam wie alle Neuankömmlinge einen neuen Namen: Schu-ba-dse. Das heißt in etwa: „Gelassen breitet er die Tugend aus.“

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Rose, Otto (1876 – 1936), Buchhändler und Verleger.

Diese Kurzbiographie wurde verfasst von Jürgen Rose, einem Enkel des Otto Rose.

otto_roseOtto Berthold Wilhelm Rose ist am 16.06.1876 als drittes Kind des Marmorwarenfabrikanten Ernst Christian Zacharias Rose (*20.03.1841 Wernigerode, †17.04.1913 Nöschenrode) und dessen Ehefrau Marie Caroline geb. Habenicht (*11.12.1837 Markt Alvensleben, †06.04.1914 Nöschenrode) in Wernigerode (Harz) geboren.

Er besucht das Gymnasium bis einschließlich der Obersekunda und absolviert anschließend bis 1898 die Lehre zum Buchhändler.

Im selben Jahr reist Otto Rose von seinem Heimatort Wernigerode vermutlich über Bremen nach Tsingtau aus. Hier baut er sich eine Existenz als Buchhändler und Inhaber einer deutschen „Buch- und Papierhandlung“ auf.

Als seine Geschäftsadresse wird im ersten erschienenen „Adressbuch des Deutschen Kiautschou – Gebiets für 1901“ das Kappler´sche Haus (Industrieviertel) ausgewiesen. Alle weiteren Adressbücher des Deutschen Kiautschou – Gebiets von 1902 bis Juli 1914 gibt Otto Rose selbst als Verleger („Editor of the Kiautschou Directory “ im „Verlag von Otto Rose, Buchhandlung, Tsingtau“) heraus. In diesen wird von 1902 bis 1906 sein „Geschäftslokal“ an der Ecke Hamburger- und Berliner Straße erwähnt, 1907 bis 1913 in der Friedrichstr.(später Straßennr. 7) und 1914 in der Prinz Heinrich Str. 16.

1901 erwirbt Otto Rose ein Grundstück an der Ecke Hamburger- und Berliner Straße auf dem er sein Wohnhaus baut. Es bleibt für ihn und später auch für seine Frau und die Kinder bis zum Ende ihres Aufenthalts in Tsingtau ihr Wohnsitz. Wahrscheinlich waren hier auch zeitweise die Geschäftsräume seiner Buchhandlung.

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Höhere Beamte und Gelehrte des chinesischen Kaiserreiches, die zwischen 1911-14 sich in Tsingtau niederließen oder vorübergehend sich dort aufhielten.

Eine Zusammenstellung von Wilhelm Matzat, Bonn.

1)  Der zweite Prinz Gong, * ca. 1894, Enkel des 1.Prinzen Gong, kam mit Frau und 2 Söhnen

und seiner 60jährigen Mutter nach Tsingtau, wo er von 1912 bis 1922 in der Fushan Straße wohnte.  Seine Frau, eine mongolische Prinzessin, starb am 2.11.1918 in Tsingtau. Als Prinz Heinrich von Preußen, der Bruder Kaiser Wilhelms II., im Oktober 1912 Tsingtau besuchte, traf er sich heimlich mit Prinz Gong und Gu Hong-ming im Hause des Seezolldirektors Ernst Ohlmer.  Als Tsingtau im Dez.1922 an China zurückfiel, ging Prinz Gong in das japanisch besetzte Dairen .

Prinz Gong (Pu wei) war ein Vetter des letzten chinesischen Kaisers Xuantong (Pu yi). Richard Wilhelm hat ihm in seinem Buch: „Die Seele Chinas“ (1926, S. 179-94) ein Kapitel gewidmet: „Der Prinz“  (in der Neuauflage von 1980,S.231-249.)

Acht ehemalige Generalgouverneure

2)  Zhou Fu (1837-1921) kam 1912  als 75jähriger mit seiner ganzen Familie, ca. 40 Personen, nach Tsingtau. Einige seiner Stationen waren: 1882 Zoll-Superintendent in Tientsin; 1900 Provinzschatzmeister in Sichuan; 1902-04 Gouverneur von Shandong. Er besuchte im Dez.1902 als erster Shandong Gouverneur die deutsche Kolonie Tsingtau, wohnte in Schrameiers Haus, da dieser auf Urlaub in Deutschland war. 1904 wurde er Generalgouverneur in Nanking für die Provinzen Jiangsu und Zhejiang, 1906-07 Generalgouverneur in Canton für die Provinzen Guangdong und Guangxi.

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Jewish professors or lecturers at the Shantung University in Tsingtao 1933 – 1937

In 1929 Tsingtao was occupied by the Guomindang troops, and the Guomindang regime lasted until December 31 st 1937.  On Sept. 21 st 1930 the National Tsingtao University was established. The University comprised two Colleges, divided into seven departments, namely a College of Art and a College of Science. In May 1931 the Department of Education was enlarged into a separate College.

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Ehemalige Tsingtauer Zeitungen und Amtsblätter

Seit 7.7.1900 erschien wöchentlich das

„Amtsblatt für das Deutsche Kiautschou-Gebiet“

Ab 1.1.1911 hieß es dann: „Amtsblatt für das Schutzgebiet Kiautschou“

Ab dem 4. Jahrgang, 1904, hat das Amtsblatt ein Register der Verordnungen.

Verordnungen wurden zunächst sowohl auf Deutsch als auch auf Chinesisch gebracht, später erschienen nur noch deutsche Texte. Es enthielt auch standesamtliche Nachrichten, also Geburten, Trauungen, Sterbefälle von Europäern.

(Das Geheime Staatsarchiv Berlin hat die Jahrgänge 1902-06 und 1908-1912.

Die Berliner Stabi hat fast alle Jahrgänge, mit Ausnahme der Jahrgänge 1902 und 1903.)

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Deutsch-Asiatische Warte

Wochenzeitung, erschienen vom 14.11.1898 bis zum 31.12.1904.

Im Laufe der Zeit herausgegeben von verschiedenen privaten Eigentümern und Redakteuren. Die DAW erlag der Konkurrenz durch die Tageszeitung Tsingtauer Neuest Nachrichten, die ab 01.11.1904 erschien.

Tsingtauer Neueste Nachrichten

Tageszeitung, mit Ausnahme des auf einen Sonn- und Feiertag folgenden Tages.

Hrsgb. von Carl Fink, Shanghai. (siehe Einzelbiographie).   Druck bei Adolf Haupt.

Die Erstausgabe erschien 1.11. 1904. Verantwortl. Redakteur war Hans von Kropff von Nov. 1904 bis 26.06.1908. (siehe Einzelbiographie) Redaktion und Expedition war in der Irene Straße, Ecke Richthofenstraße.

Ab 26.06.1908 nimmt Fink den Kaufmann J. Georg Walther als Mitherausgeber und verantwortl. Redakteur auf. Fritz Secker jun. besorgt die Wochenausgabe der TNN. Druck in der Deutsch-Chinesischen Verlagsanstalt, Inhaber Gottfried Werner.   H.v.Kropff und seine Lobby gründen daraufhin die Wochenzeitung „Kiautschou-Post“, die ab 10.10.1908 erscheint, bis zum 31.12.1912.   Der TNN Redakteur J.G.Walther kommt anscheinend mit der Herausgabe nicht so zurecht. Deswegen verkaufen am 1.1.1911 Fink und Walther die TNN an die Betreiber der Kiautschou-Post für 6000.- $. Secker jun. tritt zum Ostasiatischen Lloyd in Shanghai über. Die Wochenausgabe der TNN wird verschmolzen mit der Kiautschou -Post. Vom 1.1.1911 bis 31.12.1912 ist H.v.Kropff verantwortlicher Redakteur von TNN und Kiautschou-Post. (Der Verlag nennt sich nun: Tsingtauer Zeitungsgesellschaft m.b.H., und die Redaktion und Expedition ist nun in der Friedrichstraße, Ecke Berliner Straße.)   Anfang 1913 verkauft H.v.Kropff die TNN an den Oberlehrer und derzeitigen Chefredakteur der „Weimarischen Zeitung“ Dr. Gerhard Menz in Weimar, der am 31.3.1913 in Tsingtau eintrifft. Bis September 1914 ist er Herausgeber und verantwortlicher Redakteur der TNN (siehe Einzelbiographie). H.v.Kropff hatte Tsingtau bereits am 24.3.1913 verlassen.

Kiautschou-Post. Unparteiisches Wochenblatt für die Deutschen in Tsingtau und der Provinz

Schantung. –     Es hat die Beilagen: „Die Welt des Ostens“, Beiträge zur Länder- und Völkerkunde Ostasiens, und die „Wochenstatistik des Kaiserlich Chinesischen Seezollamtes“.                    Druck bei Adolf Haupt, Tsingtau.

Hrsgb. und verantwortlicher Redakteur ist Hans von Kropff (siehe Einzelbiographie).

Es sind 5 Jahrgänge von 1908 bis 1912 erschienen.

Der erste Jahrgang begann mit Nr. 1 vom 10.10.1908 und lief nur bis 31.12.1908, der zweite Jahrgang begann mit 1.1.1909 usw.   Das letzte Heft erschien am 29.12.1912.

Der West-östliche Bote.   Monatschrift zur Vermittelung deutscher Sprache und Kultur im Fernen Osten.

Hrsgb. von der Deutsch-Chinesischen Hochschule in Tsingtau.

Von Okt. 1913 bis Juni 1914 sind 7 Hefte erschienen:

Hefte 1. 2. 3. 4/5. 6/7. 8. 9.   [in der Berliner Stabi fehlt Heft 8. Signatur: Un 1824/8 ]

Ostasiatische Lehrerzeitung

Der 1. Jahrgang erschien 1910.

Deutsche Ärzte in Tsingtau zwischen 1915 und 1949.

Dr. med. Paul Weischer (1877 – 1948),
Marinestabsarzt und Chefarzt des Faberkrankenhauses – Link zur Biographie

Dr. med. Hans Schmidt (1895 – 1969/70), Arzt – Link zur Biographie

Dr. med. August Blombach (1900-1973), Arzt – Link zur Biographie

Dr. med. Georg (von) Bergmann(1868 – 1937), Arzt – Link zur Biographie

Dr. med. Fritz Pulvermacher(1893 – ca. 1950),
Praktischer Arzt und Geburtshelfer – Link zur Biographie

Prof. Dr.med., Dr. phil. Franz Hübotter  (1881 -1967) – Link zur Biographie

Dr. med Fritz Eitel (1889 – 1968) – Link zur Biographie

 

Namentliches Verzeichnis aller Deutschen in Tsingtau Anfang 1920

(Quelle: Bundesarchiv Berlin, R 9208, Akte 1581, Bl. 43-48)
Bearbeitet von Prof. Dr. Wilhelm Matzat, Bonn im Juli 2004.

Während die Liste der Deutschen in Tsingtau vom 28.9.1915 nur die Familiennamen und die Zahl der Kinder anführt, bringt die obige Liste die Vornamen der Erwachsenen und der Kinder, sowie bei Letzteren ihr Alter zum Zeitpunkt der Erhebung, also Anfang 1920.  Die obige Liste aus dem Bundesarchiv, R 9208, Akte 1581, Bl. 43-48, gibt für die Ehemänner weder Vornamen noch Beruf an, sondern nur, ob sie vor dem 1.8.1914  Beamter oder Angestellter des Gouvernements waren, oder Berufssoldat oder in der Privatwirtschaft tätig. Zusätzlich gibt die Liste an, in welchem japan. Gefangenenlager der Ehemann sich 1919/20 befindet. Die Vornamen und den Beruf der Ehemänner habe ich zusätzlich ermittelt aus der Liste der Kriegsgefangenen in Japan und aus dem Adreßbuch von Tsingtau aus dem Sommer von 1913. Die Berufsangaben beziehen sich auf den Stand von 1913.

Auffallend ist, daß bei den 4 Japanerinnen, die mit Deutschen verheiratet sind, weder ihr Vorname noch die Namen der Kinder angeführt werden. Es könnte sein, daß von diesen 4 Paaren einige gar nicht standesamtlich getraut waren.  Karl Mahnke, als Bauaufseher Beamter des Gouvernements, 52 Jahre alt, der 1914 bereits 4 Kinder hat, legalisiert sein Verhältnis mit Kio Yakabe am 19.8.1914 durch eine standesamtliche Trauung und schließlich am 15.2.1915 auch durch eine Trauung durch den evangel. Oberpfarrer Winter. Bald danach wird Karl Mahnke nach Japan in die Gefangenschaft abgeführt worden sein.

Die nun folgende Liste bringt also die Namen derjenigen Deutschen, die tatsächlich vom 1. August 1914 bis Anfang Januar 1920 in Tsingtau geblieben sind. Die Japaner haben nach dem 7. Nov. 1914 keine Deutschen mehr nach Tsingtau hineingelassen. Die einzige Ausnahme ist die Familie des Missionars Richard Wilhelm. Seine Frau und die 4 Söhne gingen Anfang August 1914 nach Peking und dann nach Shanghai. Frau Wilhelms Schwester, Frl. Hanna Blumhardt, befand sich Anfang August 1914 gerade auf Urlaub in Deutschland, kehrte aber 1915 nach Shanghai zu ihrer Schwester zurück. Richard Wilhelm, der auch der Repräsentant des Roten Kreuzes in Tsingtau war, und dadurch einen gewissen „inter-nationalen“ Status hatte, gelang es 1916, von den japanischen Behörden die Genehmigung zu erhalten, seine Frau und Kinder und auch Frl. Blumhardt nach Tsingtau zurückzuholen, was im Herbst 1916 geschah.

Am Schluß bringt eine zweite Liste die Namen derjenigen Deutschen,  die am 28.9.1915 noch in Tsingtau waren, aber in der Liste von Anfang 1920 nicht mehr genannt werden. Die meisten von ihnen werden in den Monaten nach dem Sept. 1915 Tsingtau verlassen haben.

Das Verzeichnis findet sich hier als pdf-Datei zum Download.