Ohlwein, Walter (1909-1973), Kaufmann, Dr. Otto Ohlwein (1906-2002) und Emilie Nauert, geb. Ohlwein (1897-1985)

Walter Ohlwein wurde am 13.7.1909 in Essen geboren als Sohn des Kaufmanns Wilhelm Ohlwein. Er hatte noch 8 Geschwister, von denen 2 im Kindesalter starben. Er wird nach vierjährigem Volksschulbesuch eine Realschule absolviert haben, mindestens bis zur mittleren Reife. Da seine Eltern 7 Kinder zu versorgen hatten, werden sie nicht allen von ihnen eine höhere Schulbildung haben bieten können. Die Eltern beschlossen deshalb, wenigstens dem ältesten Sohn, Otto, geboren 29.12.1906, eine akademische Laufbahn zu ermöglichen. Er durfte die Humboldt-Oberrealschule in Essen besuchen und schloss 1926 den neunjährigen Aufenthalt dort mit dem Abitur ab. Nach einer zweieinhalb-jährigen Lehrzeit in einem Hamburger Überseehaus studierte er in Hamburg und Köln Volkswirtschaft und bestand 1929 in Hamburg das Diplomvolkswirt-Examen. 1927-28 war er Studentenwelt-meister im Rückenschwimmen gewesen. Im Dezember 1930 promovierte er im Fach Volkswirtschaft mit der Dissertation: „Der Handel in Gewürzen und getrockneten Früchten an der Hamburger Warenbörse“.

Ottos neun Jahre ältere Schwester, Emilie (genannt Lisbeth), hatte seinen Plan zu studieren begrüßt und war bereit, sein Studium auch finanziell zu unterstützen. Sie suchte deshalb nach einer relativ gut bezahlten Beschäftigung, da kam ihr um 1923 herum ein Angebot aus Tsingtau zur Hilfe.  Die Essener Familie Ohlwein hatte einen Verwandten namens August Boerter, der um 1905 nach Tsingtau gegangen war als Angestellter der deutschen Reichspost. Um 1910 herum wurde er an die deutsche Post in Tsinanfu versetzt. Dort heiratete er unerlaubterweise und wurde deshalb aus dem Postdienst entlassen. Er blieb aber in Tsinan und widmete sich kaufmännischen Tätigkeiten, konnte 1919 der Zwangs-repatriierung entgehen und erhielt Anfang der 1920iger Jahre von einem amerikanischen Warenhauskonzern den Auftrag, aus chinesischem Kopfhaar Haarnetze herstellen zu lassen, weil bekannt war, dass das chinesische Haar fester war als das europäische. Die damalige Haarmode der amerikanischen und europäischen Frauen benötigte dieses Produkt. Diese Haarnetze wurden von den chinesischen Frauen zuhause geknüpft und bei Sammelstellen der Boerter Firma abgeliefert, nach den Prinzipien des sog. Verlagssystems. Boerter erzielte für sich hohe Gewinne und musste wegen der vielen Arbeit eine Sekretärin anstellen. Da entsann er sich der Ohlwein Verwandten in Essen und bot der Emilie diesen Posten an. Das vor-geschlagene Gehalt war offensichtlich lukrativ und so begab sich Emilie 1924 per Schiff nach China. In Shanghai angekommen lag dort ein Telegramm vor, die Boerter Firma habe Konkurs angemeldet, Emilie solle nicht nach Tsingtau kommen. Diese ging daraufhin zum deutschen Generalkonsulat, um sich beraten zu lassen, ob irgendwie oder irgendwo eine Sekretärin benötigt werde. Es lag eine Nachfrage aus Hankou vor, und so fuhr sie per Schiff den Jangtse hinauf nach Hankou und wurde Sekretärin bei der Firma Garrels, Börner & Co., deren Inhaber Johannes Rohde und H.Hake waren. Unter den dortigen unverheirateten Jungkaufleuten war Fritz Nauert am „schnellsten“, bereits am 25.1.1925 fand die (nur standesamtliche) Hochzeit mit Emilie Ohlwein statt, obwohl sie 3 Jahre älter war. Fritz, 24 Jahre alt, stammte aus Hamburg, Sohn des Küfers Otto Nauert. Fritz vertrat die Firma Arnold & Co. in Hankou. Man kann davon ausgehen, dass Emilie einen Teil ihres Einkommens in Hankou, als Angestellte der Firma Börner & Co., nach Essen sandte zur Mitfinanzierung des Studiums ihres Bruders Otto. Um 1928 herum hatte die Boerter Firma in Tsinan und Tsingtau sich wieder hochgerappelt und konnte bereits weitere Mitarbeiter gebrauchen. August Boerter signalisierte dies seiner Cousine, und so zogen Fritz und Emilie Nauert nach Tsingtau als Angestellte in Boerters Firma, die als Export- und Import-Firma tätig war. Auch Walter Ohlwein wurde eingeladen, und so kam dieser 1929, nun 20 Jahre alt, ebenfalls dorthin. Schließlich traf 1931 auch noch Dr. Otto Ohlwein in Tsingtau ein, so dass 1931 drei Ohlweins in dieser Stadt versammelt waren.

Otto Ohlwein blieb allerdings nur einige Monate und zog am 1. Oktober weiter nach Tientsin, wo er nur eine kurze Anstellung bei der Firma Wostwag fand und dann arbeitslos war. Otto war überzeugter Nationalsozialist und wurde der Gründer und erste Leiter der dortigen Ortsgruppe der NSDAP. Diese trat (vor allem nach dem 30.01.1933) so aggressiv auf, dass es zu erheblichen Spannungen innerhalb der deutschen Gemeinde Tientsins kam. Allgemein war man deshalb froh, dass Ohlwein im Dezember 1933 nach Deutschland zurückkehrte. Generalkonsul Heinrich Betz schilderte in einem Schreiben vom 1. Dez. 1933 an das Auswärtige Amt das bisherige Auftreten Ohlweins. Betz „führte aus, dass sich dadurch die bis dahin weitgehend spannungsfreie Atmosphäre beträchtlich auflud und einen Keil zwischen die hiesige deutsche Gemeinde trieb, was durch die ‚intrigante Natur’ des Herrn Ohlwein noch massiv verstärkt wurde. Dieser habe Denunziationen und Streit offenbar zu seinem Hobby auserkoren“ (zitiert nach Schmitt-Englert,2012, S. 352). Umso enttäuschter müssen die Tientsiner gewesen sein, als Ohlwein Anfang 1934 doch zurückkam und wieder den Posten des Ortsgruppenleiters übernahm. Er heiratete Paula Kirn, die Tochter von Eduard Kirn, dem Mitinhaber der Peiyang Press A.G. Bei dieser wurde u.a. die Tageszeitung „Deutsch-Chinesische Nachrichten“ gedruckt. Gemäß der am 14.12.1934 vor dem Dt. Generalkonsulat mit Herrn W. Bartels geschlossenen Vereinbarung gingen die „Deutsch-Chinesischen Nachrichten“ mit Aktiven und Passiven an die Peiyang Press A.G. über, und diese übertrug noch an demselben Tag die Zeitung an die Deutsche Zeitungsgesellschaft A.G. Als Leiter der Tageszeitung wurde ab 15.12.1934 der Schwiegersohn von Eduard Kirn, nämlich Dr. Otto Ohlwein beauftragt. Damit hatte die Partei komplette Kontrolle über die Edition der Tageszeitung, die am 01.10.1930 gegründet worden war mit dem Untertitel: „Parteilose Tageszeitung“ und dem Motto: „Ohne Rücksicht auf Parteien, treu der alten Heimat und der neuen.“ In der deutschen Gemeinde blieb auch 1935 die Rolle der Partei weiterhin umstritten Einen besonderen Konflikt hatte Ohlwein mit Pfarrer Puffert. Dieser veröffentlichte regelmäßig in der Tageszeitung Kontemplationen gemäß der christlichen Lehre, was den Atheisten Ohlwein furchtbar ärgerte. Er erlaubte sich, die Texte von Puffert zu korrigieren, Sätze zu streichen etc., was automatisch zu Protesten Pufferts führen musste. Dieser entschloss sich schließlich, eine eigene Zeitschrift zu gründen und zu verteilen, mit dem Namen: „Sonntagsgedanken“. Da Ohlwein weiterhin mit seinen ideologischen Agitationen Unfrieden in der deutschen Gemeinde stiftete, kam Lahrmann, der Landes-gruppenleiter der Partei für China, aus Shanghai, um die Situation zu begutachten.

Er erkannte sicherlich, dass Ohlwein der Hauptstörfaktor war, und so wird Lahrmann mit dazu beigetragen haben, dass Otto Ohlwein im Oktober 1935 endgültig Tientsin verließ und nach Deutschland zurückkehrte. Nachfolger von Ohlwein als Tientsiner NS-Ortsgruppen-leiter wurde, zunächst kommissarisch, der Kaufmann Albert F. Wetzel, in der Funktion des Geschäftsführers und Hauptbuchhalters der Tageszeitung: „Deutsch-Chinesische Nachrichten“ (von Oktober 1935 bis Mai 1945).

 

Von welcher wirtschaftlichen Tätigkeit in Tsingtau hat Walter Ohlwein von 1929 bis 1945 gelebt? Die Angaben in den diversen Tsingtauer Adressbüchern sind nicht immer eindeutig. Auf jeden Fall war er von seinem Vetter August Börter nach China eingeladen worden, in der Export-Import Firma „A.Börter & Co.“ mitzuwirken. Das Stammhaus dieser Firma befand sich in Tsinan, aber in Tsingtau gab es eine Filiale, Guangxi Road 36. Im Jahre 1932 waren dort als Angestellte tätig: Börters Vetter Walter Ohlwein und dessen Schwager F. Nauert, sowie J. Müller und Börters Tochter Gertie. Genau in dem Jahr 1932 erlitt die Börter Firma, wie schon 1924, eine totale Pleite und erlosch endgültig. Zu der Zeit gab es in Tsingtau eine Firma mit dem Namen: The Tsingtao Carpet Factory. Inhaber war ein Wilhelm Meyer, der aber 1932 offensichtlich nicht in Tsingtau anwesend war und August Börter als Vertreter gewonnen hatte. Diese Fabrik wurde offensichtlich zum Rettungsanker für Börter und Ohlwein. Für November 1935 meldet das Adressbuch: „The Tsingtao Carpet Factory (Walter Ohlwein), 33 Guangxi Road. Technisches Geschäft, Teppich Fabrik, Allgemeiner Import.“ Inhaber sind: W. Ohlwein und A. Börter! Im Laufe der Jahre kam es immer stärker zu Kontroversen zwischen den beiden, so dass Ohlwein 1938 ausschied und eine eigene Firma gründete, eine Textilfärberei (Tsingtao Dyeing Works). Diese Firma hat er bis 1945 betrieben.

 

Walter Ohlwein war wie sein Bruder Otto ein überzeugter Nationalsozialist. Einer der Kaufleute in Tsingtau, Helmuth Brembach, war bereits Mitglied in der NSDAP, er hatte die niedrige Mitgliedsnummer 344966. Walter trat am 1.7.1932 in die NSDAP ein, er erhielt die Mitgliedsnummer 1274756. Nach der Machtübernahme durch Hitler am 30.1.1933 wurde Brembach der Leiter des NS-Stützpunktes in Tsingtau. Er ging aber 1934 nach Deutschland zurück, so dass Walter Ohlwein nun die Leitung übernahm. Die Mitgliedszahl nahm nach Januar 1933 schnell zu, so dass nun eine sog. NS-Ortsgruppe gebildet werden konnte, dessen Leiter Ohlwein bis Mai 1945 blieb. Im Sommer 1936 war er, auf Kosten der Partei, für ca. 6 Monate in Deutschland, um auf einer Parteischule in der NS-Ideologie geschult zu werden.

 

Am 8.3.1933 heiratete Walter Ohlwein die 5 Jahre ältere Elsa Fryd, (* 23.4.1904), Tochter des Dr.med. Carlos Fryd, Zahnarzt in Hamburg. Es fand sogar eine kirchliche Trauung statt, im Haus des August Boerter, vollzogen durch den Missionar und Pastor Dr.phil. Seufert. Aus der Ehe gingen 5 Kinder hervor, 3 Söhne und 2 Töchter, alle in Tsingtau geboren. Der Junggeselle Walter hatte zunächst bei seiner Schwester, Frau Nauert, gewohnt, in der Kinkow Road. Nach der Heirat bezog er das Haus 12 Jing Shan Road, die zur deutschen Zeit den Namen „Bergstraße“ hatte, an der auch der europäische Friedhof lag. Um 1941 kaufte Ohlwein in dem schönen Wohnviertel namens Badaguan, am German Beach, das Grundstück 9 Shanhaiguan Road und baute sich ein großes Wohnhaus. Der Architekturentwurf stammte von dem russischen Architekten Yourieff.

 

Als am 1. Mai 1945 die Nachricht von Hitlers Tod eingetroffen war, veranstaltete Ohlwein im Deutschen Heim am 4. Mai eine Trauerfeier. Er hielt, in SA-Uniform, die Trauerrede. Der deutsche Konsul, Dr. Hans von Saucken, ein Intimfeind Ohlweins, hatte sich geweigert, bei der Veranstaltung mitzuwirken. Als er nach der Feier das Deutsche Heim verließ, wurde er von 3 Männern in SA-Uniform tätlich angegriffen und beleidigt.

 

Nachdem auch die Japaner besiegt worden waren, übernahm im September 1945 die Guomindang wieder die Herrschaft in Tsingtau, unterstützt durch die Amerikaner, die dort im Oktober die 6. Division der US Marines landen ließ. Für deren höhere Offiziere wurden Häuser und Wohnungen der Deutschen, die Mitglieder in der NSDAP gewesen waren, beschlagnahmt. Die Familien mussten in kürzester Frist ihr Quartier räumen und bei Freunden unterkommen. Zusätzlich wurden viele deutsche Männer, eingestuft als „Nazis“, von den Amerikanern im Polizeigebäude inhaftiert, manche Wochen lang, Ohlwein wurde als letzter nach Monaten entlassen.

Nach dem Ende des Krieges im August 1945 wurden die in Tsingtau wohnenden Japaner in ihr Heimatland repatriiert und auch den Deutschen dort war dieses Schicksal beschieden. Besonders die Amerikaner waren daran interessiert, bei der nun kommenden wirtschaftlichen Entwicklung Chinas keine deutschen Konkurrenten dort zu haben, und so betrieben sie ab 1946 eifrig die Repatriierung der China-Deutschen, unterstützt durch das Argument, dass die meisten Deutschen ja „Nazis“ gewesen seien. Sie stellten das Transportschiff „Marine Robin“ zur Verfügung und am 25.6.1946 traf das Schiff in Tsingtau ein, gegen 18 Uhr, und am 26.6. früh um 5.30 Uhr, bei dichtem Nebel, ging das Schiff weiter nach Shanghai. Zum großen Erstaunen der 133 an Bord gegangenen Tsingtau-Deutschen stellten diese fest, dass der „Chef-Nazi“ Ohlwein und seine Familie nicht mitgekommen war! Auch die Amerikaner in Tsingtau waren offensichtlich überrascht und wütend. In der englisch-sprachigen Tageszeitung erschien auf der Titelseite die Schlagzeile: „Nazileader Ohlwein not repatriated“. Was war passiert? Ohlwein war es gelungen, den chinesischen Behörden weiszumachen, dass eines seiner Kinder Scharlach habe. Es bestünde deshalb Gefahr, dass viele Kinder auf dem Transportschiff angesteckt würden. Die Amerikaner waren nicht bereit, dieses Argument anzuerkennen und steckten die Ohlwein-Familie in ein Flugzeug und brachten diese nach Shanghai, wo sie dann doch noch auf die „Marine Robin“ kam. Insgesamt befanden sich auf diesem Schiff 1123 Chinadeutsche, es traf am 4.8. in Bremerhaven ein. Per Güterzug wurden diese nach Ludwigsburg gebracht, wo die Männer in das ehemalige Zuchthaus Hohenasperg (Camp 76), die Frauen und Kinder in das Lager 77 kamen.

Von den in Hohenasperg internierten Männern wurden die meisten im Laufe der nächsten Wochen und Monate entlassen. Wer Mitglied in der NSDAP gewesen war, musste sich anschließend einem Spruchkammerverfahren stellen. Im Mai 1947 waren nur noch wenige Chinadeutsche in Hohenasperg in Haft, darunter auch Walter Ohlwein. Immerhin war er also fast 2 Jahre in Gefängnishaft, inclusive der Inhaftierung in Tsingtau von Oktober 1945 bis Frühjahr 1946. Die Spruchkammer in Ludwigsburg verkündete am 17.09.1947 ihr Urteil: Ohlwein wurde in die Klasse II als „Minderbelasteter“ eingestuft und sollte 90 Tage Sonderarbeit für die Allgemeinheit leisten. Außerdem musste er RM 500.- für die Wiedergutmachung zahlen und es wurde eine Bewährungsfrist von 2 Jahren festgelegt. Die ehemaligen NS-Gruppenleiter in Hohenasperg hatten sich untereinander abgesprochen, wie sie vor der Spruchkammer argumentieren sollten, nämlich die NSDAP in China im Sinne einer harmlosen landsmannschaftlichen Vereinigung zu interpretieren, es habe doch die machtpolitische Verankerung gefehlt! Nach Ablauf der Bewährungsfrist am 22.10.1949 wurde Ohlwein als „Mitläufer“ eingestuft, er musste eine Gebühr von DM 30.- zahlen.

 

Frau Ohlwein und die Kinder lebten nach der Entlassung aus dem Ludwigsburger Inter-nierungslager (Ende 1946 oder Anfang 1947 ?) in einem kleinen Schlösschen in Hopferau im Allgäu. Dorthin kam dann im Herbst 1947 auch Walter Ohlwein. Er startete eine Holz-handlung, deren Geschäfte offensichtlich gut liefen, so dass er im nahen Eisenberg-Pröbsten ein Grundstück kaufte und ein geräumiges Haus dort errichtete. In der Ehe lief es nicht so gut und es kam zu einer Scheidung. Walter Ohlwein ist 1973 bei einer Autofahrt, zusammen mit seiner Freundin, tödlich verunglückt. – Frau Elsa Ohlwein ist März 1978 in München gestorben.

Ende

Straßennamen Tsingtau

Straßennamen der Stadt Tsingtau bis 1914 in vier Umschriften.

Diese Liste der Straßennamen Tsingtaus erstellte ursprünglich Herr Wang Dong, Tsingtau

Herr Prof. Wilhelm Matzat redigierte die Liste und fügte weitere Namen hinzu.

Herr Prof. Takehiko Seto fügte weitere Namen hinzu und ergänzte die Liste um die meisten japanischen Namen.

Walther Kerner schrieb die Liste in Multiplan und formatierte sie dann auf Exel.

Stand: 25.06.2007 (weitere Verbesserungen von Prof. Matzat)

Die Repatriierung von Tsingtau- und Tsinan-Deutschen im August 1947 auf der „General Black“.

Verfaßt von Wilhelm Matzat, Bonn

Im Sommer 1947 wurde es bekannt, daß die Amerikaner weiterhin die Nanking-Regierung drängten, China-Deutsche zu repatriieren. Die chinesische Regierung machte mit, zumal es sie nichts kostete. Die Amerikaner, in ihrem zelotenhaften Eifer, übernahmen ja die gesamten Transportkosten. Immerhin wurden die zu Repatriierenden rechtzeitig informiert – mit vielen Ausnahmen, wie wir sehen werden. Sie erhielten von der Deutschen Nothilfe folgendes Schreiben:

Rundschreiben No. 42/47 Tsingtau, 2.August 1947

An alle Reichsdeutschen!

1. Die folgenden Namen stehen noch auf der von Nanking ausgegebenen Repatriierungsliste:

Familie Carl Ahrens Frl. Gertrud Janisch (sie war Österreicherin)
Familie Gustav Ahrens (Shanghai) Familie Friedrich Klicker
Familie Wilhelm Bälz Familie Carl Löwenstein (Taiyuan)
Familie Richard Bock Familie Dr. Karl Ludwig
Familie Heinrich Dietsch Familie Rudolf Müller
Herr Günther Düsing u.Sohn Hermann Herr Karl Reichel (Changsha)
Familie Bruno Frinke Familie Dr. Helmut Schwabe
Herr Carl Geschke Herr Walter Sperber
Herr Anton Hirsch Herr Dr. Hans Wallmüller
Prof. Franz Hübotter ferner:
Familie Otto von Alemann Herr David Kiesow
Familie Anatol Malsch

2. Die folgenden Namen wurden von uns aufgegeben für den Anschluß an die vorgesehene Repatriierung:

Ludmilla von Bergmann Erich Jungmann (aus Tsinan)
Elisabeth Imhoff (aus Tsinan) Agnes Leupold und Sohn Klaus (aus Tsinan)
Elsbeth Kroemer (NI) Karl und Martha Schäfer (aus Tsinan)
Heinrich Schläger Rosalie Schulze
Hermann Vorkauf
ferner die Österreicher: Josef und Charlotte Kruta u.Sohn Ralph Otto Teuschel (aus Tsinan)

Wir bitten um die Heimatadressen für 1) und 2): Ort, Provinz, Zone. Das maximal mitzunehmende Gepäck dürfte 150 kg pro Person, das maximal mitzunehmende Bargeld US $ 100.- betragen, Kinder die Hälfte. Deutsche Nothilfe TSINGTAU

Aus der Liste ist zu ersehen, daß die Gruppe 1) zwangsweise, also gegen ihren Willen, repatriiert werden sollte, während die Gruppe 2) anscheinend freiwillig mit nach Deutschland fahren wollte, da die meisten von ihnen wohl mittellos waren. Sie hätten ja keine Reisekosten, die Amerikaner bezahlten alles. Den zwangsweise zu Repatriierenden stand das Recht zu, beim Bürgermeister von Tsingtau, Li Hsien-liang, ein Gesuch um Rückstellung von der Liste einzureichen. Viele taten dies und erhielten offenbar, zumindest indirekt, den Hinweis, daß sie daraufhin nicht repatriiert würden.
In den Akten des amerikanischen Generalkonsulates von Tsingtau, die ich in den National Archives in Washington,D.C., einsehen konnte, fand ich einige Dokumente, die erhellen, was bis zum Abflug nach Shanghai am 28.August 1947 sich hinter den Kulissen abgespielt hat. Aus jenen geht hervor, daß die chinesische Seite, vertreten durch des Bürgermeisters Sekretär Samuel Li, der für das Ausländeramt zuständig war, die Angelegenheit recht locker nahm, während das U.S.Konsulat der Hauptdrahtzieher war, vertreten durch Generalkonsul Spiker, Konsul Richard Service und Vizekonsul Hein. Bürgermeister Li selbst hielt sich ganz bedeckt und ließ die drängenden Amerikaner lange Zeit abwimmeln mit der üblichen Ausrede: “Der Bürgermeister ist nicht da, wir wissen nicht wo er ist, wir können ihn nicht finden” usw.

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Hong Shu-zu (1858 – 1919), Kabinettsekretär

Arrangeur des Attentats auf Song Jiao-ren in 1913.

Hong Shu-zu ist unter den „Flüchtlingen“, die nach der chinesischen Revolution vom 10. Oktober 1911 sich in Tsingtau niedergelassen hatten, sicherlich der Exotischste. Über ihn gibt es einen Aktenbestand. Im Jahre 1913 war Yuan Shi-kai provisorischer Präsident der chinesischen Republik und hatte sich inzwischen die Feindschaft von Sun Yat-sens Partei zugezogen. Einer ihrer wichtigsten Führer, Song Jiao-ren, wollte am 20.März 1913 zu Verhandlungen nach Peking reisen. Beim Besteigen des Zuges in Shanghai wurde er von 2 Attentätern angeschossen, und er starb 2 Tage später. Die beiden Attentäter wurden verhaftet, der eine starb im Gefängnis, der zweite konnte später entkommen, wurde aber im Januar 1914 im Zug Peking-Tientsin erschossen. Durch schnell gefundene Dokumente ergab sich der Verdacht, dass das Attentat vom Ministerpräsidenten Zhao Bing-qun in Peking und seinem Kabinettsekretär Hong Shu-zu veranlaßt worden war. Um sich einer Untersuchungshaft und einer eventuellen Bestrafung zu entziehen, floh Hong nach Tsingtau, wo er am 26. März 1913 eintraf und im Prinz Heinrich Hotel Quartier nahm. Der Gouverneur von Schantung forderte daraufhin seine Verhaftung und Auslieferung. Für das Gouvernement in Tsingtau ergab sich nun die Frage, ob Hong an die chinesischen Behörden auszuliefern sei oder nicht. Der relativ umfangreiche Briefwechsel ist erhalten und Hans Christian Stichler hat den Fall in einem Aufsatz dargestellt: “Die deutsche Jiaozhou-Administration und das Attentat auf Song Jiao-ren”, in: Berliner China-Studien, Bd.21, 1994, S.359-74. Aus den Schreiben, die damals im Jahre 1913 zwischen dem Gouvernement in Tsingtau und der deutschen Gesandtschaft in Peking und dem Auswärtigen Amt in Berlin gewechselt wurden, bringt Stichler ausführliche Zitate. Warum er das tut ist schwer einzusehen, denn das Endergebnis der Affäre ist ganz undramatisch: Hong kann in Tsingtau bleiben. Die chinesischen Behörden waren anscheinend nicht mehr interessiert, da sie durch wichtigere Ereignisse des Jahres 1913 abgelenkt waren. – Zhao Bing-qun, Hongs gewesener Vorgesetzter, starb plötzlich am 27.2.1914.
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Gromsch, George (1855 – 1910), Hafenbaudirektor

Richard George Gromsch wurde am 11.10.1855 in Danzig geboren. Nach dem Schulbesuch absolvierte er ein Bauingenieurstudium. Nach den beiden Hauptprüfungen wird er als Bauführer und dann als Regierungsbaumeister tätig geworden sein, offensichtlich zunächst im Danziger Hafen- und Werftbereich. Später ist er in Wilhelmshaven tätig (erwähnt im Mai 1896). Im August 1897 ist er nachweislich Bauinspektor auf der Kaiserlichen Werft in Kiel. Direktor der Werft dort war Georg Franzius, der im Frühjahr 1897 nach China geschickt worden war, um verschiedene Standorte an der chinesischen Küste zu vermessen, die eventuell als Flottenstützpunkt für die deutsche Ostasiatische Kreuzerdivision in Frage kämen. Franzius, begleitet von dem Dolmetscher Emil Krebs, hatte dabei auch die Bucht von Kiautschou besucht und vermessen. Kaum war Franzius nach Deutschland zurückgekommen und hatte seinen Bericht im Reichsmarineamt abgeliefert, geschah am 1.11.1897 die Ermordung zweier deutscher katholischer Patres in West-Schantung, die dann die Besetzung der Kiautschou Bucht am 14.11.1897 auslöste, und zwar durch das Matrosen-Landungskorps von 3 deutschen Kriegschiffen, unter Konteradmiral von Diederichs. Durch die nachfolgenden Verhandlungen mit der chinesischen Regierung konnte Deutschland an der Ostküste der Kiautschou-Bucht ein Areal für 99 Jahre pachten. Unter der Führung des Reichsmarineamtes und seines Staatsseketärs Tirpitz (später geadelt) sollte Tsingtau zu dem gewünschten Flotten- und Handelsstützpunkt ausgebaut werden, mit einem modernen Hafen und Docks, an denen auch Kriegsschiffe und Hochseeschiffe anlegen konnten. Sicherlich auf Empfehlung von Gromsch’s Chef, Georg Franzius, bestimmte Tirpitz den Gromsch dazu, die Bauverwaltung beim Gouvernement in Tsingtau zu leiten und den Bau eines Großen Hafens durchzuführen. Am 16. Mai 1898 traf Gromsch in Tsingtau ein. Eigentlich sollte der Berliner Stadtbaumeister Max Knopff gleichzeitig mit Gromsch ankommen, jener sollte die Hochbauabteilung des Gouvernements leiten und den städtischen Bauplan entwerfen. Wegen Erkrankung konnte Knopff aber nicht mitfahren und erreichte dann Tsingtau erst am 6. August 1898, so dass er bei dem Entwurf des Tsingtauer Bauplanes, der am 2. Sept. veröffentlicht werden musste, nicht mehr entscheidend mitwirken konnte.

Bis November 1902 hat Gromsch als erster Hafenbaudirektor und Leiter der Bauverwaltung Tsingtaus gewirkt. Ihm unterstanden 3 Abteilungen: 1. Hafenbau. 2. Tiefbau. 3. Hochbau. Er musste also grundlegende Entscheidungen für den Aufbau Tsingtaus fällen. Für das entscheidende Problem: „Wo und in welcher Form soll der Große Hafen gebaut werden?“ gab es schon 2 Entwürfe. Den einen hatte Georg Franzius geliefert, den anderen der Ingenieur Gädertz, den eines der Industriesyndikate nach Schantung geschickt hatte, um die Trasse zu inspizieren, längs der die Eisenbahnlinie von Tsingtau nach Tsinanfu (rund 450 km) gebaut werden sollte. Nachdem Gromsch das Terrain hinreichend kennengelernt hatte, verwarf er die Entwürfe von Franzius und Gädertz und die von ihnen vorgeschlagenen Standorte. Gromsch ist also der Schöpfer des Großen Hafen Tsingtaus, so wie er dann mit seinem langen nördlichen Umfassungswall und den 2 Molen bis 1905 gebaut worden ist.

Man kann hinzufügen, dass das RMA 1899 noch Admiralitätsrat Emil Rechtern für einige Wochen nach Tsingtau geschickt hatte, der vielleicht einige Ergänzungen eingebracht hat, letztendlich aber den Gromsch Plan abgesegnet hat. Rechtern war ja von 1876 bis 1891 der Hafenbaudirektor Wilhelmhavens gewesen, und hatte die erste Erweiterung des Hafens von WHV durchgeführt.

Es soll hier nicht weiter auf Gromsch’s Tätigkeit als Hafenbaudirektor Tsingtaus von 1898 bis 1902 eingegangen werden. Dazu wären längere Ausführungen nötig. Sicherlich waren diese Jahre kein Zuckerschlecken für ihn und Ärger und Kritik hat es genug gegeben. Erschwerend kam wohl hinzu, dass Gromsch’s Frau von seinen Kollegen irgendwie als nicht ganz standesgemäß angesehen wurde, so dass Gromsch’s gesellschaftliche Stellung in Tsingtau nicht optimal war. Gromsch war verheiratet mit Anna Clara Rosalie Nath (geb. in Elbing 9.2.1868).
Kinder: Werner geb. 3.11.1888 in Danzig; Herbert gest. 4.8.1891 in Danzig; Ulrich geb. 17.5.1896 in Wilhelmshaven; Lotte geb. 20.10.1900 in Tsingtau.

Immerhin erhält Marine-Baurat Gromsch im Febr. 1902 den Roten Adlerorden IV. Klasse. Er fuhr am 12.02.1902 nach Shanghai und von dort für 4 Wochen nach Hankou, wegen der dort eingestürzten Quaimauer. Er wird vertreten durch Hauptmann Müller. Im November 1902 verlässt Gromsch Tsingtau endgültig und hält sich einige Monate in Zopot bei Danzig auf. Am 8.4.1903 trifft er in Kiel ein als Marinebaurat und Hafenbaumeister und wohnt in der Goethestraße. Aber bereits am 22.10.1903 zog er in seine Geburtsstadt Danzig zurück, wo er „mit der Wahrnehmung der Geschäfte des Hafenbaudirektors“ beauftragt worden war. (Ostasiatischer Lloyd, 22.01.1904, 135.)

Marine-Oberbaurat und Hafenbaudirektor Gromsch ist am 12.12. 1910 nach längerem Leiden in Danzig im 56. Lebensjahr gestorben. (Kiautschou-Post 1911, 1. Halbband, S.16).

Im Hafenviertel Tsingtaus wurde eine Straße nach ihm, eine andere Straße nach Rechtern benannt.

Haupt, Adolf (? – 1933), Buchdrucker und Verleger

Adolf Haupt, der aus Aachen stammte, ist ab 1900 in Tsingtau nachweisbar, als angestellter Drucker der „Deutschen Druckerei und Verlagsanstalt“. Es ist nicht bekannt, wer der Eigentümer dieser Firma war, allem Anschein nach war es ein Geschäftsmann in Shanghai. Am 1.5.1903 erwarb der Tsingtauer Kaufmann Victor Roehr (siehe seine Einzelbiographie) diese Firma und erweiterte den Namen in „Deutsch-Chinesische Druckerei und Verlagsanstalt“. Haupt blieb zunächst bei dieser Firma und scheint 1904 geheiratet zu haben, am 5.2.1905 wurde die Tochter Claire geboren. Rund 2 Wochen vorher, am 19.01.1905 hatte er sich selbständig gemacht. Sein Betrieb befand sich in der Friedrichstraße 405 und inserierte mit dem Titel: „Buchdruckerei, Buchbinderei, Papierhandlung, Geschäftsbücher- und Stempelfabrik“. Später kamen noch weitere Titel hinzu: „Steindruckerei, Verlag, Liniiranstalt.“ Als Drucker holte er sich aus Aachen seinen jüngeren Bruder Wilhelm (genannt Willy) Haupt. Ab 10.10.1908 erschien bis zum 31.12.1912 die Wochenzeitung „Kiautschou-Post“, gedruckt bei Adolf Haupt. Verantwortlicher Redakteur war Hans von Kropff (siehe seine Einzel-biographie). Eine wertvolle Leistung Haupts war im Februar 1910 die Herausgabe von „Tsingtau Souvenir“, ein Bildband mit 50 großformatigen und scharf geschossenen Fotos der Stadt. Das Foto Nr.15 in diesem Band zeigt einen Teil der Friedrichstraße, u.a. auch das Haus von Haupt, mit der kahlen Brandmauer nach Süden, auf der in großen Lettern zu lesen ist: Adolf Haupt, Buchdruckerei usw. Eine zweite, leicht erweiterte Auflage erschien am 30.4.1914 mit dem Titel: „Album von Tsingtau“. Nach Kriegsausbruch verließ Frau Haupt im August 1914 mit den 4 Kindern die Stadt und ging nach Shanghai. Adolf und Wilhelm Haupt nahmen an der Verteidigung der Stadt teil und waren dementsprechend bis Anfang 1920 in japanischer Kriegsgefangenschaft.
Wilhelm Haupt, der unverheiratet war, kehrte nach Tsingtau zurück und war Angestellter der Firma Seidel, Siebold & Co. Er starb in Tsingtau am 1.7.1935.
Adolf Haupt ging nicht nach Tsingtau, denn er hatte dort sein ganzes Eigentum durch die Japaner verloren, sondern kehrte mit Frau und Kindern nach Deutschland zurück. Erst 1923, am 17.11., bestieg er mit Frau und Kindern ein Schiff in Hamburg und fuhr nach Shanghai. Er fand dort eine Anstellung bei der A.B.C. Press, einer deutschen Buchdruckerei des Eduard Hänggi. Als in Tsingtau die Steyler Mission ihre alte Vorkriegsdruckerei im März 1926 wieder eröffnete, in denselben Räumen, konnte sie Adolf Haupt als Leiter gewinnen, der daraufhin nach Tsingtau zurückkehrte. Die zweite überaus wichtige Publikation Adolf Haupts ist der im Selbstverlag erschienene „Führer durch Tsingtau und Umgebung“, Tsingtau 1927, 155 Seiten, mit 72 Fotos, und einer Straßenkarte im Maßstab 1:12500. Außerdem gab er in demselben Jahr den Führer auch auf Englisch heraus. Es ist mir nicht bekannt, ob eine zweite deutsche Auflage erschienen ist. Jedenfalls bereitete er im Jahre 1933 die Zweitauflage des englischen Textes vor, starb aber am 15.06.1933. Seine Witwe wandte sich dann an den amerikanischen Buchhändler und Verleger George G. Telberg, Inhaber des „International Bookstore“ in der Schantung Straße, ob er nicht die Zweitauflage betreuen könne. Er willigte ein und fügte die Entwicklungen Tsingtaus bis zum Jahre 1934 hinzu. So erschien im Juli 1934 die „Second Revised Edition“ von Adolf Haupts: „Guide to Tsingtao and its environs“.

Das Ehepaar Haupt hatte 2 Söhne und 2 Töchter, die alle in Tsingtau geboren wurden:

1) Claire, *5.2.1905. Anlässlich ihrer Geburt pflanzte Adolf Haupt auf dem Platz vor dem Gouvernementsdienstgebäude einen Ginkgo-Baum. Claire heiratete einen Herrn Grenz. Sie wohnte im Jahre 1980 in Imst, Nordtirol.
2) Sohn (Albert ?) * 20.11.1906
3) Sohn, * 10.5.1910
4) Berthel, * 19.10.1910. Später verheiratet mit einem Herrn Sönksen.

Engelter, Theen und Schlichtiger in Tsingtau.

Im Jahre 1910 errichtete die Columbia G.m.b.H. in Tsingtau in der Hohenzollernstraße eine Fabrik zur Herstellung von Albumin und Trockeneipräparaten. Als Geschäftsführer kam der Kaufmann Ludwig Engelter mit seiner Familie nach Tsingtau.

Das Paar Engelter ging offenbar im Aug. 1914 nach Tientsin und blieb dort bis ca. 1920, war danach wieder in Tsingtau kaufmännisch tätig, zunächst als Betriebsleiter der Shantung Products Manufacturing Co. (zusammen mit Dr. K. Ludwig), von 1927 bis 1933 als Mitinhaber der Firma Vitama Co., Ltd. mit Filialen in Tsinan und Tsining. Der andere Inhaber war Martin Krogh. Die Firma betrieb eine Pflanzenölraffinerie und produzierte pharmazeutische Nährmittel. 1933 ist das Ehepaar Engelter nach Deutschland zurückgekehrt, Ludwig E. ist irgendwann nach 1945 gestorben.

Das Ehepaar Ludwig und Therese Engelter hatte drei Töchter.

1) Die offensichtlich älteste Tochter war 1910 bereits verheiratet mit einem Herrn Weber und war deshalb nicht nach Tsingtau mehr mitgekommen. Deren Tochter, Elisabeth Weber, heiratete später in Hongkong den Kaufmann Hanspeter Meuser, dessen Vater war der Marinearzt Dr. W. Meuser.     Frau Elisabeth Meuser war 1979 in Hamburg nachweisbar.

 

2) Elisabeth (gen. Else) Engelter, * 10.1.1890, heiratet 1912/13 in Tsingtau den Elektro-Ingenieur Hermann Schlichtiger sen., * 9.3.1881, Angestellter der Firma Siemens-Schuckert.

Schlichtiger nahm an der Verteidigung Tsingtaus teil und war Kriegsgefangener in Japan von Nov. 1914 bis Frühjahr 1920. Seine Frau war August 1914 nach Tientsin gegangen. Hermann ging im Frühjahr 1920 zu seiner Frau in Tientsin und wirkte dort als Ingenieur bis 1934, dann kaufte er sich in Tsingtau das Haus Fushan Road 27 und wohnte dort bis 1950. Das Paar ging dann nach Deutschland, wo es in Heimersheim lebte. Herman sen. ist dort 1965, Frau Schlichtiger 1971 gestorben. –   Dem Ehepaar Schlichtiger war als einziges Kind der Sohn Hermann jun. am 5.12.1926 in Tientsin geboren worden. Er besuchte von 1934 bis zum Abitur 1945 die deutsche Schule in Tsingtau. Ging Juni 1946 mit der „Marine Robin“ nach Deutschland zum Studium der Physik an der TU Stuttgart. War verheiratet. Ist + 1998.

 

3) Luise Engelter, * 1891, heiratet am 14.8.1911 in Tsingtau Theodor Theen, * 1886, seit 1907 in Tsingtau als Kaufmann in der Firma Schwarzkopf & Co. Seine Eltern, Kaufmann Christoph und Caroline Theen, siedeln sich 1910 in Tsingtau an als Privatiers. Dem Paar Theodor und Luise Theen wird am 6.2.1913 in Tsingtau der Sohn Heinz-Lutz geboren. Damit sind zu dem Zeitpunkt 3 Generationen Theen in Tsingtau ansässig, die aber bei Kriegs-ausbruch 1914 nach Tientsin gehen, während Theodor an der Verteidigung teilnimmt und dementsprechend bis 1920 in japan. Kriegsgefangenschaft ist. Er kommt 1920 zu seiner Frau nach Tientsin zurück und wird dort Angestellter der Firma Hackmack & Co., später ist er bei der Defag beschäftigt (noch 1939). Sehr wahrscheinlich sind Theodor Th. und seine Frau 1946 auf der „Marine Robin“ repatriiert worden. Er findet eine Beschäftigung in Ludwigs-hafen bei der BASF. In dem „Adressbuch der Deutschen Ostasiens 1956“ wird Theodor Theen noch erwähnt als Pensionär, er wohnt Ludwigshafen, Brahmsstr. 10.

 

Der Kunstmaler Heinz-Lutz Theen ist zwar in Tsingtau geboren, aber in Tientsin aufgewachsen bis zu seinem 6. Lebensjahr. Von 1937 bis 1939 war er wieder in China und hat sich der Abbildung von Menschen, Gebäuden und Landschaften in China gewidmet, in Öl, Aquarell und Zeichnungen. Er kehrte 1939 über Sibirien nach Deutschland zurück, seine Bilder-Kisten gingen jedoch mit einem Schiff im Roten Meer unter.

1979 nachweisbar in Nord-Ballig bei Flensburg.

                 Die Familien Engelter, Theen und Schlichtiger in Tsingtau.

 

Im Jahre 1910 errichtete die Columbia G.m.b.H. in Tsingtau in der Hohenzollernstraße eine Fabrik zur Herstellung von Albumin und Trockeneipräparaten. Als Geschäftsführer kam der Kaufmann Ludwig Engelter mit seiner Familie nach Tsingtau.

Das Paar Engelter ging offenbar im Aug. 1914 nach Tientsin und blieb dort bis ca. 1920, war danach wieder in Tsingtau kaufmännisch tätig, zunächst als Betriebsleiter der Shantung Products Manufacturing Co. (zusammen mit Dr. K. Ludwig), von 1927 bis 1933 als Mitinhaber der Firma Vitama Co., Ltd. mit Filialen in Tsinan und Tsining. Der andere Inhaber war Martin Krogh. Die Firma betrieb eine Pflanzenölraffinerie und produzierte pharmazeutische Nährmittel. 1933 ist das Ehepaar Engelter nach Deutschland zurückgekehrt, Ludwig E. ist irgendwann nach 1945 gestorben.

Das Ehepaar Ludwig und Therese Engelter hatte drei Töchter.

1) Die offensichtlich älteste Tochter war 1910 bereits verheiratet mit einem Herrn Weber und war deshalb nicht nach Tsingtau mehr mitgekommen. Deren Tochter, Elisabeth Weber, heiratete später in Hongkong den Kaufmann Hanspeter Meuser, dessen Vater war der Marinearzt Dr. W. Meuser.     Frau Elisabeth Meuser war 1979 in Hamburg nachweisbar. Weiterlesen

Frinke, Bruno (1893 – 1961), Kaufmann in Tsinan und Tsingtau

< * 21.05.1893 in Langenberg, Kreis Mettmann; + 13.01.1961 in Algermissen Bruno Frinke absolvierte 1913/14 seinen Wehrdienst in Tsingtau als Seesoldat im Minendepot. Bei der Belagerung Tsingtaus durch die Japaner (Aug. bis Nov. 1914) wirkte er bei der Verteidigung mit und geriet so in japanische Kriegsgefangenschaft. Ab Nov. 1914 im Lager Himeji, 20.09.1915 verlegt ins Lager Aonogahara.   Dez. 1919 entlassen, Rückkehr nach Deutschland. In der Gefangenenliste wurde als sein Heimatort nicht Langenberg sondern Düsseldorf angegeben. Welcher Beschäftigung Bruno Frinke in den Jahren 1920-24 nachgegangen ist, ist nicht bekannt. Um 1924 herum heiratet er Maria Günter, Tochter des Arztes Dr. Günter in Algermissen bei Hildesheim. Sie ist * 14.04.1900 in Algermissen (+ 1973 ebendort, evtl. in einem Krankenhaus in Hildesheim). Das Ehepaar geht 1924 nach Tsinan (Ji’nan) in China, Bruno ist Angestellter in der Import- und Export Firma Börter & Niggemann. Das Firmengebäude befindet sich in der 7. Da Ma Lu. Im Oktober 1927 wohnen die Frinkes in der 4. Siau Wei Lu. Er hat sich selbständig gemacht und seine eigene Import- und Export Firma gegründet. Sein Angestellter ist S.Fresson. Frinke vertritt die Firmen J.Busch (Tsingtau), Scherings (Shanghai), Voigtländer (Braunschweig), Polack & Schwars (Zaandam). Dez. 1930: Die Weltwirtschaftskrise von 1929/30 hat sich anscheinend ausgewirkt, Frinke hat keine eigene Firma mehr, er leitet jetzt die Zweigniederlassung der Tsingtauer Firma Johannes Busch und Otto von Alemann. Diese Import- und Exportfirma hat ihr Firmen-gebäude in Tsinan in der 5. Da Ma Lu. Frinke zeichnet ppa. Okt. 1933: Frinke leitet wieder eine eigene Import- und Exportfirma. Im November 1934 beziehen die Frinkes eine neue Wohnung: Nr. 274 in der 7. Da Ma Lu. März 1937: Inzwischen hat Frinke seine eigene Firma wieder aufgegeben und ist Teilhaber der Import- und Exportfirma C.Dau & Co. geworden, zusammen mit dem Kaufmann W.E.Lochte, der ebenfalls in Tsinan lebt. In den 1930iger Jahren hatte es in Tschifu (Yantai) die Firma von Carl Dau gegeben, Angestellter dort war Josef van Hauten. Entweder ist Carl Dau 1936/37 gestorben oder er hat China verlassen, seine Firma wird 1936/37 von Bruno Frinke und W.E.Lochte übernommen und weitergeführt. 1939 zieht die Familie Frinke nach Tsingtau um und wohnt dort bis 1947 in der Ping Yuan Road 10. In dem Haus, das Li Te-shun gehörte, hatte bis 1939 der ehemalige Polizeiwachtmeister Antoschowitz gewohnt, der 1939 mit Frau und Tochter in die Muping Lu 9 umzog. Dem Ehepaar Frinke waren zwischen 1927 und 1938 zwei Söhne und 2 Töchter geboren worden. Um den Kindern eine bessere schulische Ausbildung bieten zu können zog man nach Tsingtau um. Bruno sen. Frinke selbst betrieb weiterhin seine Firma in Tsinan und pendelte zwischen den beiden Städten. In den letzten Kriegsjahren und auch nach Kriegsende hielt sich Bruno sen. Frinke nur noch in Tsingtau auf, die Reise mit dem Zug nach Tsinan war zu gefährlich geworden. Immer wieder griffen chinesische Freischärler oder amerikanische Flieger die Züge an. Nach dem 15. 08.1945 waren es dann kommunistische Truppen, die die Benutzung der Eisenbahnlinie Tsingtau – Tsinan sperrten. Im Sommer 1946 begann dann die Repatriierung der Chinadeutschen, die in mehreren Etappen zwischen 1946 und 1950 ablief. Wenn man auf der Repatriierungsliste stand, konnte man bei der chinesischen Behörde beantragen, dass man in China bleiben darf. Dies taten auch die Frinkes und so waren sie bei dem ersten Kontingent, das im Juli 1946 auf der „Marine Robin“ China verließ, nicht dabei. Bei dem zweiten Kontingent vom Sommer 1947 hatten Frinkes wieder erreicht, dass sie nicht auf der lokalen Abschiebeliste standen. Diese Freistellungen wurden aber von der chinesischen Zentralregierung in Nanking in letzter Minute nicht anerkannt, und so wurden die Frinkes und eine ganze Reihe anderer Deutscher in Tsingtau ganz überraschend am 28.08.1947 morgens um 5 Uhr aufgefordert, innerhalb von 2 Stunden ihre Sachen zu packen, dann kam der Abtransport in das Polizeiamt. Frau Frinke musste z.T. nasse Wäsche, die noch draußen auf der Leine gehangen hatte, in ihre Koffer packen. Am nächsten Tag, dem 29.08.1947, wurde dieses deutsche Kontingent aus Tsingtau nach Shanghai geflogen und zum Repatriierungsschiff „General Black“ gebracht, das dann in einer mehrwöchigen Fahrt Bremerhaven erreichte. Von dort wurden die Transportinsassen in einem Güterzug nach Ludwigsburg gefahren, die Männer kamen in das ehemalige Zuchthaus Hohenasperg (jetzt Internment Camp No. 76), die Frauen in das Internierungslager Nr. 77. Nach der Entlassung aus der Internierung ließ sich die Familie Frinke in dem Heimatdorf von Frau Frinke nieder: Algermissen bei Hildesheim. Bruno sen. Frinke war nun 54 Jahre alt. Aufgrund seiner Englischkenntnisse fand er eine Anstellung bei der britischen Besatzungs-truppe, wahrscheinlich im Verwaltungsdienst einer britischen Kaserne bei Hildesheim. Am 13.01.1961 ist Bruno sen. in Algermissen gestorben, Frau Maria Frinke starb 1973.   Vier Kinder Frinke:

  • Bruno jun. * 16.01.1927 in Tientsin. Später kaufmännischer Angestellter bei der Firma Siemens, ging für die Firma nach Südafrika, wo er geblieben ist, bis zu seinem Tode am 6.8.2004. –   War dreimal verheiratet. Aus der ersten Ehe drei Söhne.
  • Brigitte, * 25.11.1929 in Tsinan. Krankenschwester, ging nach Johannesburg, arbeitete   zum Schluss in einer Versicherungsfirma. Ein Sohn: Mark Frinke.
  • Uwe, * 24.10.1935 in Tsinan. Hauptschullehrer in Alfter und Kantor der dortigen kathol. Kirche. 1996 bei einem Autounfall getötet. Hinterließ Witwe Erika, eine Tochter und 3 Söhne.
  • Ute, * 18.08.1938 in Tsinan. Dr. med. Kinderärztin. Verheiratet mit dem Kinderarzt Dr. Hans Sieprath in Bad Neuenahr. Aus dieser Ehe sechs Töchter.

Böhme, Kurt (1887 – 1939), Kaufmann

Kurt Karl Böhme wurde 1887 geboren. Kam 1909, spätestens Frühjahr 1910 nach Tsingtau, und war bis Sommer 1914 tätig als Kaufmann in der Firma Sander, Wieler & Co. Es handelte sich um eine alte deutsche China-Firma (Export, Import, Schiffahrt, Versicherung), die viele Filialen in China hatte. Im Jahre 1914 hatte die Firma 5 Angestellte in Tsingtau: Alfred Seidel als Prokurist, Fritz Straube, Kurt Böhme, Rudolf Steude u. Erich Krüger als Kaufleute. Bis 1. Nov. 1911 hatte die Firma ihr Büro in der Prinz-Heinrich-Str., Ecke Münchener Str. Danach zog sie um in die Kaiserstr. (Guantao Road), Ecke Kanton Str. im Hafenviertel. Böhme wohnte 1911 und 1912 in der Irenestr. 199.

Bei Kriegsausbruch im August 1914 wurde er zum Landsturm eingezogen. Nach der Eroberung Tsingtaus durch die Japaner am 7.11.1914 wurden die Landsturmmänner zunächst nicht behelligt. Diese Siuation nützte Böhme aus, indem er Tsingtau verließ und sich nach Tientsin in das dortige Deutsche Quartier begab. Hier heiratete er am 28.10.1916 Germana Angela Philippa Jandl, geb. 13.12.1897 in Konstantinopel, Tochter des Eisenbahningenieurs Rudolf Jandl. Dieser war mit seiner Familie 1899 nach Tsingtau gekommen, als Angestellter der Schantung-Eisenbahn-Gesellschaft, und bis 1904 als Sektionsingenieur beim Bau der Schantung-Eisenbahn von Tsingtau nach Jinan (430 km) eingesetzt worden. Von 1909 bis 1912 war er als Ingenieur beim Bau der Tientsin-Pukou-Eisenbahn tätig und hatte sich 1912/13 mit Frau und 3 Töchtern in Tsingtau niedergelassen. Bei Kriegsausbruch im Aug. 1914 ging die Familie Jandl dann nach Tientsin, wie es auch Kurt Böhme getan hatte. Weiterlesen

Kropff, Hans von (1879 – 1914), Redakteur

Hans Walter Reimund von Kropff wurde * in Erfurt 15.2.1879 als Sohn des Oberstleutnants z.D. Richard von Kropff, Herr auf Kalgen bei Königsberg i.Pr., und der Berta Andersch.

Er kam als Leutnant a.D. im Jahre 1904 nach Tsingtau als der erste verantwortliche Redakteur der Tageszeitung „Tsingtauer Neueste Nachrichten“, die ihr Erscheinen am 1.11.1904 begann. Sie war gegründet worden von Carl Fink, dem Herausgeber der Shanghaier Wochenzeitung „Der Ostasiatische Lloyd“.   Kropff war von Nov. 1904 bis 26.6. 1908 der verantwortliche Redakteur der TNN.   Nach seinem Ausscheiden beschloss Kropff, und die hinter ihm stehende Lobby, wieder eine Wochenzeitung in Tsingtau zu gründen. Eine solche hatte es schon einmal gegeben, von Nov. 1898 bis Dez. 1904, die „Deutsch-Asiatische Warte“. Sie erlag dann im Dez. 1904 der neuen Tageszeitung „Tsingtauer Neueste Nachrichten“.   Kropff als Herausgeber nannte seine Wochenzeitung „Kiautschou-Post“, das erste Exemplar erschien am 10.10.1908, gedruckt bei Adolf Haupt. Insgesamt sind 5 Jahrgänge erschienen, bis zum 31.12.1912.   Der seit 26.6. 1908 neue Mitherausgeber und verantwortliche Redakteur der TNN, J.G. Walther, scheint nicht zurechtgekommen zu sein, so dass Fink und J.G.Walther die TNN für 6000.- $ am 1.1.1911 an Kropff verkaufte. Walthers bisheriger Mitarbeiter, Fritz Secker jun., trat zum Ostasiatischen Lloyd in Shanghai über. Vom 1.1.1911 bis 31.12.1912 war Kropff gleichzeitig Herausgeber und verantwortlicher Redakteur der TNN und der Kiautschou-Post. Anfang 1913 verkaufte Kropff die TNN an den Chefredakteur der „Weimarischen Zeitung“ Dr. Gerhard Menz in Weimar und fuhr am 24.3. ab nach Deutschland (über Sibirien). Menz traf am 31.3. in Tsingtau ein. (siehe Einzelbiographie). 1914 erschien von Kropff das kleine Heftchen: „Deutsche Soldaten in Kiautschou“, Leipzig 1914, 32 Seiten. Es sollte die Rekruten, die jährlich von Cuxhaven aus zur Ablösung eines Teiles der Mannschaft des 3. Seebataillons nach Tsingtau geschickt wurden, auf die Stadt und was sie bietet vorbereiten. Außerdem engagierte er sich in der Debatte um die Boden- und Steuerordnung Tsingtaus, die Schrameier 1898 etabliert hatte und die bis zum Schluss, 1914, unverändert durchgehalten wurde, mit dem Aufsatz: „Eine Neue Landordnung für Kiautschou“ in: Um Grund und Boden, Vierteljahreshefte des Schutzverbandes für Deutschen Grundbesitz. –   Berlin 1914, II. Band, S. 81-87.

Im Laufe des Jahres 1914 verlobte er sich mit Helene Hauschild (* in Magdeburg 5.1.1891). Als am 1.8.1914 der Krieg begann, heirateten die Beiden am 3.8.1914 und anschließend musste Hans als Leutnant und Kompanieführer im Landwehr-Infanterie Regiment Nr. 4 ins Feld ziehen. Er kämpfte gegen die in Ostpreußen eindringenden Russen und wurde am 18.8.1914 bei Kraupischken verwundet. Im Lazarett in Königsberg i.Pr. starb er am 3.9.1914 an den Folgen der Verwundung, 35 Jahre alt.